Spirit Voyage

Nicht erst seit Conchita Wurst ist der Bart populär: Warum sich Kundaliniyogis einen Bart wachsen lassen

4097824132_bc66c83a7c_zWas ist ein Bart? Eine Antwort von Shabd Khalsa Ein Bart ist ein eigenartiges Haargestrüpp, das aus dem Gesicht eines Mannes wächst. Ein Ding, das die Wirkungsweise eines gut konstruierten Krümmelfangs hat. Ein Gebilde, das es unmöglich macht, Milchshakes ohne Strohhalm zu trinken. Der Bart ist  ein haariges Phänomen. Und warum empfiehlt das Kundaliniyoga den Bartwuchs? Ich will mein Bestes geben,  um diese Frage zu beantworten.  

 

Überall auf der Welt, in vielen Kulturen, Religionsgemeinschaften und einer großen Zahl von spirituellen Praktiken waren Bartträger hoch angesehen.  Im alten Ägypten zum Beispiel trugen die Königinnen (!) sogar falsche Kinnbärte. Diese waren aus edlen Metallen modelliert und galten als Emblem von Aristokratie und Vornehmheit.  Im Römischen Reich war das Bartschneiden für beinahe 500 Jahre nahezu unbekannt.  In vielen Gesellschaften war der Bart das Symbol für Männlichkeit und Potenz.  

 

Einige indische Yogis schneiden sich die Bart- und Kopfhaare nicht. Sie werden Sadhus genannt.  Ein Sadhu kehrt allen weltlichen Anhaftungen den Rücken zu. Indem Sadhus ihr Haare wachsen lassen, demonstrieren sie ihre Freiheit von modischen Strömungen oder weltlichen Ritualen. Der Unterschied zwischen einem Sadhu und einem Kundaliniyogi ist, dass der Kundaliniyogi sich nicht aus der Welt zurückzieht, sondern in ihr lebt. Der Sadhu wendet sich von dieser Welt ab, um sich in einem Wald oder auf einem Berg niederzulassen.  Sich mitten in der Welt einem yogischen Leben zu widmen, das ist eine große Herausforderung.  

 

Schön und gut, aber ist ein Bart zeitgemäß? Hat das Barttragen, abgesehen von einer symbolischen Bedeutung und als Sinnbild für Weltentsagung, noch irgendeine weitere Relevanz? Welche ist yogische Technik steht dahinter?

Eine Antwort auf diese Frage liegt in der unterschiedlichen Energie von Mann und Frau. Die Energie einer Frau ist durch die sich verändernden Mondphasen repräsentiert. Der Mond korrespondiert mit dem Zyklus einer Frau.  Der emotionale Zustand von Frauen ist ebenfalls mehr oder weniger wechselhaft. Wie der Mond.  Männer haben keinen Menstruationszyklus. Männer kennen das Auf- und Abebben der Hormone nicht. Daher erleben sie in sich nicht die gleichen Wechsel der Stimmung und  des Verhaltens, die Frauen an sich wahrnehmen können. Männer beziehen sich auf die eher konstante Energie der Sonne.  

 

Und was hat das nun mit dem Bart zu tun? Den Yogalehren zufolge befindet sich am Kinn das sogenannte Mondzentrum. Es regiert das emotionale Selbst. Der Bart des Mannes ist so etwas wie ein Puffer zwischen seinem emotionalen Selbst und der Welt um ihn herum.  Eine Frau benötigt keinen solchen Puffer. Ihr emotionales Selbst interagiert mit ihrer Umgebung. 

Solltest du ein Bartträger sein, dann behandele deinen Bart gut und trage ihn mit Stolz. Egal, wofür du dich entscheidest: Wir sind Yogis. Lasst uns Modeströmungen vergessen. Beziehen wir uns nicht mehr auf unserer Egos und Unsicherheiten. Lasst uns einfach sein! Warum müssen wir uns ändern, um in irgendeine Form zu passen? Warum jagen wir zum Beispiel der ewigen Jugend hinterher? Ich wünsche dir, dass du deine Weisheit und Würde annehmen und leben kannst. Vielleicht unterstützt dich ein schöner Bart dabei? 

Foto: © Dimitry Sumin, Sadhu’s Morning, 
CC-BY-SA

 

 

Comments are closed.