Spirit Voyage

Tag der Shakti – drei Tipps für einen yogischen Muttertag

Frau: Die Ashtapuja Ein Gedicht von Yogi Bhajan:
Meine Frau ist wunderschön. Sie hat acht Arme und Hände. Sie reitet auf einem Tiger daher, diese majestätische, großartige Frau. Ich erblicke sie und liebe sie. Egal, mit welcher Frau ich zusammen bin, ich möchte ihr folgen, weil ich von ihr lernte. In ihrer Königlichkeit, ihrer Erhabenheit, ihrer Achtung gebietenden Würde ist sie die Mächtigste unter den Mächtigen. Sie ist die Göttlichste unter den Göttern. Sie ist die Einzige, vor der sich der allmächtige Gott verbeugt. Wir sagen ihr: ‚Pritam Bhagauti simar kai Guru Nanak lain dhiae… Sie ist Ashtapuja, die Göttin des Universums, sie erobert alles, sie ist die Mächtigste, die Wunderbarste, die Würdigste, sie ist die Unendlichkeit. Sie reitet den Menschenfresser, majestätisch und göttlich. Sie ist ein solch fantastisches Wesen, dass die ganze Welt wahrnehmen kann: Sie ist wie der frische Atem des Lebens. Ihr ganzes Sein ist die Gesamtheit von Gottes Allnatur – Sie ist „Ihre Heiligkeit

Gedanken zum Muttertag und drei Arten die Mutter zu ehren

Nur wenige meiner Freundinnen können sich am Muttertag ganz unbelastet und frei von ihrer Familie feiern lassen. Heute offenbarte mir eine dieser Freundinnen, dass sie nicht an den Muttertag glauben würde. Ich persönlich finde es ganz drollig, wenn meine Kinder mich am Muttertag mit kleinen Geschenken und Blumen bedenken. Ich merke aber auch, dass ich das nicht so ganz ernst nehme und schnell wieder zur Tagesordnung übergehen möchte. Der Muttertag ist vielen Müttern nicht so richtig angenehm.

Schon die alten Griechen kannten so etwas wie einen Muttertag. Allerdings wurde an diesem Tag die Mutter des olympischen Göttervaters Zeus geehrt. Im mittelalterlichen England führte man im dreizehnten Jahrhundert einen Muttertag ein. Man ehrte die „Mutter Kirche“. Alle Familien einer Gemeinde besuchten damals an diesem Feiertag geschlossen den Gottesdienst. Der Muttertag, wie wir ihn heute kennen, wurde zum ersten Mal in den USA durch das Wirken der Frauenrechtlerin Anna Jarvis als offizieller Feiertag etabliert. Mrs. Jarvis wollte an die Kraft der Mütter erinnern und dem Einsatz der Mütter danken. Sie dachte dabei an ihre eigene, sehr engagierte Mutter. Als sie aber feststellte, dass die Feierlichkeiten dieses Tages immer kitschiger wurden und ein altes Frauenbild zementierten, wollte sie diesen Tag gleich wieder abschaffen. Doch da stieß sie auf taube Ohren. 1923 führte man in Deutschland den Muttertag ein. Wir Deutschen haben unsere eigene Geschichte mit dem Muttertag. Denn er wurde von den Nazis missbraucht: Der Muttertag wurde von den Nationalsozialisten im Jahr 1933 in den “Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter” umbenannt. Als Ideal galt die bürgerliche Hausfrau, die dem Staat möglichst viele arische Kinder gebären und aufopferungsvoll für sie sorgen sollte. Wenn eine Frau acht Kinder zur Welt brachte, wurde ihr das “goldene Mutterkreuz” verliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die im besetzten Deutschland stationierten US-Amerikaner den Muttertag erneut zurück und er wurde in allen westlichen Ländern eingeführt. Nach der Wiedervereinigung von der DDR und Westdeutschland wurde der Muttertag im Jahre 1990 auch in Ostdeutschland eingeführt.

Wie kann eine Yogini oder ein Yogi diesen Tag begehen ?

Du kannst mich nicht lieben, wenn du deine erste Lehrerin nicht lieben kannst. Deine erste Lehrperson war eine Frau. Du bist von einer Frau geboren worden. Wenn du nicht lernst Frauen zu respektieren, dann wird das „Höchste Bewusstsein“ nicht zu dir sprechen. Du wirst in zerrütteten Familienverhältnissen enden und an gebrochenem Herzen leiden.“  – Yogi Bhajan –

Für mich als Yogini ist der Muttertag der Tag der Shakti (Sanskrit, f., शक्ति, śakti, Kraft). Die Shakti steht im Hinduismus für die weibliche Urkraft des Universums. Diese Urkraft ist die aktive Energie des Universums. Die Shakti besteht aus drei Hauptaspekten, einem liebenden und gebenden Teil, einem kreativen und erhaltenden Part und einem ehrfurchtsgebietenden, transformatorischen Element. Diese Urkraft des Universums ist in der Mutter wiederzufinden. Meine Mutter hat mich geboren und ernährt, mit allem versorgt, ich durfte mich an ihr ausprobieren, ich konnte mich schlussendlich an ihr reiben und das Nest verlassen. Sie ist außerdem mein erster Guru. Der Yoga spricht von den vier Gurus (in diesem Sinne Lehrer), denen ein Mensch begegnen kann, erstens der Mutter, zweitens dem Vater, drittens der Gesellschaft und (vielleicht) viertens einem spirituellen Lehrer oder einer spirituellen Lehrerin.

So kann ich am diesem Tag meiner Mutter danken und das mütterliche Prinzip des Universums ehren. Die Ashtapuja würde sich übrigens niemals von jemandem ein Mutterverdienstkreuz verleihen lassen…

- Danken
Das Prinzip der Dankbarkeit ist stärkend und versöhnend. Man kann sich an einen Ort der Stille begeben und sich die Frage stellen: Wofür kann ich meiner Mutter danken? Diese Frage kann man nach innen schicken und aus dem Unterbewusstsein Antworten kommen lassen. Möglicherweise kommen viele, vielleicht nur wenige Antworten, womöglich kommen unerwartete Antworten. Lass dich überraschen! Am Muttertag werde ich mich mit meiner Mutter treffen und uns einen schönen Tag bereiten. Meine Mutter ist nicht unbedingt eine Muttertagbefürworterin, ich werde den Anlass unerwähnt lassen und sie beschenken, indem ich mich ganz auf sie einlasse. Ich weiß, dass ich ihr damit eine Freude mache.

- Annehmen
Da der Muttertag zu den Feiertagen gehört, zu denen auch unsere Gesellschaft kein ungebrochenes Verhältnis hat, ist es natürlich möglich, dass kein Muttertagsgeschenk kommt. Falls eine Mutter an diesem Tage mit kleinen Basteleien, Blumensträußen oder wohl wollenden Dienstleistungen in Form von gedeckten Frühstückstischen bedacht wird, dann kann sie diese Präsente auch würdevoll annehmen. Für die kleinen Kinder ist sie ja die Shakti, die Lebensspendende, diejenige, die führt und der ihre Kinder folgen. Ich rechne damit, dass meine Kinder mich nicht beschenken werden. Sie wissen, dass ich nicht so leicht annehmen kann. Wenn aber etwas kommt, dann werde ich es diesmal freundlich in Empfang nehmen und mich angemessen bedanken…

- Meditieren
Alle Frauen, ob sie nun Mütter sind oder nicht, können auf die Adi Shakti meditieren. Die Adi Shakti ist die ursprüngliche, kreative Energie dieses Universums.

Das Mantra
Adi Shakti, Adi Shakti, Adi Shakti, Namo Namo
Sareb Shakti, Sareb Shakti, Sareb Shakti, Namo Namo
Pritham Bhagvati, Pritham Bhagvati, Pritham Bhagvati, Namo Namo
Kundalini Mata Shakti, Mata Shakti, Namo Namo

Übersetzung
Ich verbeuge mich vor der ursprünglichen, schöpferischen Energie.
Ich verbeuge mich vor der allumfassenden Kraft und Energie.
Ich verbeuge mich vor der Kraft, durch die Gott kreativ ist, vor der Geliebten des Universums.
Ich verbeuge mich vor der schöpferischen Kraft der Kundalini, der göttlichen, mütterlichen Energie.

Das Adi Shakti Mantra kann dich auf die Frequenz der göttlichen Mutter (die schützende und generierende Kraft) einstimmen. Das Singen dieses Mantras befreit von Ängsten und erfüllt Wünsche.

Verbinde dich mit der Maha Shakti. Das ist genug, um dich von Unglück zu befreien. Dieses Mantra wird dich stärken und mit der kreativen Kraft in dir verbinden. Jede Frau benötigt ihre eigene Shakti, niemand als du selbst kann dich mit deiner Shakti verbinden. Wenn eine Frau das Kundalini Bhakti Mantra (siehe oben) chantet, wird ihr Gott persönlich den Weg frei machen. Das ist keine Religion, sondern Realität. Eine Frau wurde nicht geboren, um zu leiden, sondern um glücklich zu sein. Hierfür braucht sie ihre eigene Kraft.“
– Yogi Bhajan –

Eine wunderschöne Version des Adi Shakti Mantras singt Snatam Kaur auf ihrem Album Divine Birth.

Sat Hari Kaur Bettina Stuelpnagel

Bettina Sat Hari Kaur Stülpnagel – Pomarius ist ausgebildete Schauspielerin und Kundalini Yoga Lehrerin. Sie hat 10 Jahre in dem Guru Ram Das Ashram in Hamburg gelebt und dort ihre Yogaausbildung absolviert. Außerdem hat sie über viele Jahre hinweg den Yoga direkt bei ihrem spirituellen Lehrer Yogi Bhajan gelernt. Sie ist eine der leitenden Trainerinnen in den 3H0 Fachausbildungen zur Yogalehrerin für Schwangere in Hamburg, Berlin und in Mülheim (in Aufbau) . Sie ist geprüfte Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin und NLP – Lehrtrainerin. Sat Hari Kaur hat drei Bücher rund um Yogathemen geschrieben, die bei Rowohlt und im Herder – Verlag erschienen sind. Außerdem hat sie verschiedene Artikel für Yogamagazine und medizinische Fachzeitschriften zu Papier gebracht. Über mehrere Jahre hinweg hat sie Yogaserien für die Frauenzeitschrift „Für Sie“ entwickelt. Sat Hari Kaurs Aufgabe bei Spirit Voyage Deutschland ist die Leitung der Redaktion des Blogs.

One response to “Tag der Shakti – drei Tipps für einen yogischen Muttertag”

  1. Maria Ma

    Ein wunderbarer und gut recherchierter Artikel, der mich nicht besser auf den Muttertag einstimmen könnte!
    Adi Shakti, Adi Shakti,Namo Namo <3
    Ganzherzige Grüße
    Maria Ma