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Yogatagebuch: 5 Gründe für heilendes und unterstützendes Schreiben

„In den Dichtern träumt die Menschheit.“ C.F. Hebbel.

Ich führe ein Yoga Tagebuch. Ich habe nämlich herausgefunden, dass das pen and inkTagebuchschreiben mich bei meiner Kundalini – Yoga – Praxis unterstützt. Das Schreiben macht mich einfach bewusster und achtsamer.  Ich schreibe meine  Ziele für jede Übungsreihe auf und protokolliere meine Yoga- und Meditationserfahrungen. Ich versuche auf diese Weise erwünschte und unerwünschte Gedanken- und Verhaltensmuster zu erkennen.  Es ist ja meine Lebenszeit, die ich der täglichen Praxis widme. Daher wünsche mir wahrnehmen zu können, welche Fortschritte ich mache und ob ich die Resultate erziele, die ich mir erhoffe.

Einige der Gründe, weshalb das Führen eines Yogatagebuches so wirksam ist: 

1. Meditation und Yoga kann eine Fülle von Emotionen freisetzen.  Das Yogatagebuch hilft mir diese Gefühle zu verarbeiten. Auf diese Weise leide ich weniger unter Empfindungen von Sorge, Angst, Wut oder Ärger. Das Großartige am Meditieren ist, dass ich herausfordernde Gefühle in meiner Zeit bearbeiten kann. Ergo trage ich diese Emotionen nicht durch den Tag und kann mich auf Anderes fokussieren. Das Yogatagebuch ist ein guter  Ort, um Dinge und Situationen zu verarbeiten, die mich  belasten. Wenn ich also während einer Meditation belastende Empfindungen wahrnehme, dann kann ich mich von diesen Emotionen lösen, indem ich sie zu Papier bringe.  Sollte mich mein Gefühlszustand später noch belasten, dann kann ich  unter Zuhilfenahme meines Tagebuchs diese Emotionen mit einer Person meines Vertrauens besprechen.

2. Es gibt Zeiten, in denen es mir schwer fällt Yoga zu praktizieren und zu meditieren. Mein Yogatagebuch hilft auch hier. Es unterstützt mich dabei herauszufinden, wofür ich dankbar bin. So behalte ich auch während herausfordernden Zeiten eine positive Perspektive. Meine Erfahrung ist: Es ist viel einfacher aufzugeben als durchzuhalten. Indem ich mich mit dem identifiziere, was ich hochschätze, gerate ich nicht so leicht in die Falle der Entmutigung.  Ich werde zum Beispiel immer lustlos, wenn ich scheinbar weniger Fortschritte mache. 

3. Das Schreiben in meinem Yogatagebuchs stärkt mein Eigenverantwortungsgefühl. Wenn mich etwas ärgert oder aufregt, dann fehlt mir etwas – nicht den anderen. Das Yogatagebuch hilft mir auch hier: Ich kann herausfinden, was mein Anteil und meine Rolle in jeder Lebenserfahrung ist, die ich mache.

4. Mein Yogatagebuch ist wie ein treuer Freund und steht mir bei, wenn ich Verhaltensweisen identifiziere, die mich blockieren. Und es hilft mir tiefer zu gehen: Ich kann die Ursachen und Umstände erforschen, die bestimmte Verhaltensweisen verursachten. Damit habe ich die Wahl: Ich behalte die mir dienlichen Verhaltensweisen und mustere diejenigen aus, die mich nicht länger dabei unterstützen, der Mensch zu sein, der ich sein möchte.

5. Das Schreiben lässt mich den Prozess, den ich mache, erkennen und vertiefen. Schreiben ist für mich der klarste Weg meine Fortschritte wahrzunehmen, denn ich kann die Seiten meines Tagebuchs zurückblättern und herausfinden, was ich einmal gedacht, gefühlt oder getan habe.

Ob ich nach dem Aufwachen, nach dem Sadhana, vor dieser oder jener Meditation oder nur wenn etwas Schönes geschehen ist schreibe, das ist ganz egal. Auf jeden Fall bestimme, festige und bekräftige ich bestimmte Erfahrungen und kann andere Erfahrungen loslassen. Letztendlich dient das einer glücklicheren und gesünderen Gegenwart.

Artikel: Derek Amarpreet Whitman

Übersetzung: Sat Hari Kaur Stülpnagel

Foto: freerange stock archives

 

 

 

 

 

Sat Hari Kaur Bettina Stuelpnagel

Bettina Sat Hari Kaur Stülpnagel – Pomarius ist ausgebildete Schauspielerin und Kundalini Yoga Lehrerin. Sie hat 10 Jahre in dem Guru Ram Das Ashram in Hamburg gelebt und dort ihre Yogaausbildung absolviert. Außerdem hat sie über viele Jahre hinweg den Yoga direkt bei ihrem spirituellen Lehrer Yogi Bhajan gelernt. Sie ist eine der leitenden Trainerinnen in den 3H0 Fachausbildungen zur Yogalehrerin für Schwangere in Hamburg, Berlin und in Mülheim (in Aufbau) . Sie ist geprüfte Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin und NLP – Lehrtrainerin. Sat Hari Kaur hat drei Bücher rund um Yogathemen geschrieben, die bei Rowohlt und im Herder – Verlag erschienen sind. Außerdem hat sie verschiedene Artikel für Yogamagazine und medizinische Fachzeitschriften zu Papier gebracht. Über mehrere Jahre hinweg hat sie Yogaserien für die Frauenzeitschrift „Für Sie“ entwickelt. Sat Hari Kaurs Aufgabe bei Spirit Voyage Deutschland ist die Leitung der Redaktion des Blogs.

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