Spirit Voyage

Was ist Yogamusik?

 

 

Für viele Menschen, die mit Yoga bisher kaum etwas zu tun hatten, vielleicht gerade mit dem Yoga beginnen oder yogabegeisterte Freunde haben, kann die Yogamusik eine fremdartige Welt für sich sein.  Viele Künstler haben ähnliche Namen (Das, Kaur oder Singh, manche heißen auch Jai). Die Gesänge sind fremdartig. Vielleicht hast du auch schon Musikempfehlungen gelesen wie: „Yogamusik gegen Ängste“, „Yogamusik gegen Stress“ oder sogar „Yogamusik für den Strand“.  Die Frage ist:  Inspirieren, entspannen und beruhigen nicht schon viele andere Musikrichtungen irgendwie?  Warum muss es jetzt noch eine vollkommen eigene Musiksparte für den Yoga geben?  Ich möchte Antwort geben auf die Frage, was das Besondere an Yogamusik ist und den Begriff „Yogamusik“ entmystifizieren.

 

Was ist Yogamusik?

Die einfachste Antwort ist: Yogamusik besteht aus Tönen und Klangfolgen, die so konstruiert wurden, dass sie Yogaerfahrungen vertiefen können.  Die Klänge von Krishna Das oder Jai Uttals Musik zum Beispiel sind bei Hatha Yogis sehr beliebt, weil sie den Yogi oder die Yogini in die richtige Stimmung für das Praktizieren der Asanas versetzen können. Kundalini Yogis ziehen Musiker wie Snatam Kaur oder Gurunam Singh vor. Diese Künstler haben ihre Stücke in  speziellen Tempi komponiert, die bestimmte Übungsreihen und Meditationen gut begleiten. Auch ist die Dauer der Musikstücke den Längen vieler Kriyas und Meditationen angepasst. Yogamusik kann rein instrumental sein, zum Beispiel können die Musikinstrumente der Wahl Gongs oder Klangschalen sein.  Die Schwingungen dieser und ähnlicher Instrumente durchdringen den physischen Körper und wirken heilend auf die tieferen Anteile des Selbst ein. Gewiss kann man auch zur Musik der Beatles, Radiohead oder Jay-Z Yoga praktizieren. Diese Musik ist aber nicht mit der Intention geschaffen worden, um Menschen auf spiritueller Ebene zu berühren. Schon beim Kreieren der Yogamusik hatten die Künstler die Absicht, die körperlichen, emotionalen und spirituellen Veränderungen zu unterstützen, die durch das Ausüben von Yoga stimuliert werden können.

Wie unterscheidet sich Yogamusik von anderer Musik?

Eine ganze Reihe der Musikstücke aus dem großen Musikangebot der Yogamusik ähneln beim ersten Zuhören den vielen Songs und Melodien, die man auch im Radio hören kann.   Man nimmt Gitarrenklänge,  Trommeln, manchmal Mundharmonikas und weitere Instrumente wahr, die einem recht bekannt vorkommen.  Manche Instrumente sind ungewöhnlich, das ist dann vielleicht eine Bansuri oder ein Esray.   Der große Unterschied zu allen anderen Musikarten ist, dass oft Worte aus dem Sanskrit oder dem Gurmukhi verwendet werden und weniger Texte in unserer Sprache. Viele dieser Worte oder auch Mantras sind hunderte, manche sogar einige tausend Jahre alt.

Warum Mantras?

Mantras sind eine Verknüpfung von Tönen und Worten. Die Yogis nehmen an, dass ihnen eine unglaublich große Kraft innewohnt. Mantras haben die Fähigkeit, Menschen mit dem Universum und dem Göttlichen zu verbinden. Wenn man zum Beispiel das Mantra „Har“ chantet, dann ist man sofort mit dem schöpferischen Potential Gottes verbunden. Wenn man wiederrum  “Ong Namo Guru Dev Namo” singt, dann bezieht sich der Yogi oder die Yogini auf die göttliche Weisheit in allen Menschen.

Wenn man ein Mantra spricht oder singt, dann kann man sich mit den Yogis und Meditierenden verbinden, die vor unserer Zeit lebten.  Ich mag die Vorstellung, dass die Christen sich direkt mit Jesus verbinden können, wenn sie ihre alten Gebete sprechen. Wenn wir Kundalini Yogis bestimmte Mantras chanten, dann beziehen wir uns auf die goldene Kette der Yogis, die vor uns waren. Diese Kette reicht bis zu der Zeit zurück, in der aller Yoga begann…

Mantras wirken kraftvoll auf psychologischer Ebene, weil die Worte so anders sind als die Worte der Muttersprache vieler Menschen. Wenn eine deutsch sprechende Person zum Beispiel das Wort „Liebe“ sagt, dann hat sie mit diesem Wort vielleicht belastende Assoziationen.  Wenn derselbe Mensch „Aham Prema“ chanten würde, dann hätte er keinerlei Gedankenverbindung mit diesen Worten.   Die  Übersetzung von “Aham Prema“ ist „Ich bin göttliche Liebe“.  Die Kraft des Mantras umgeht den Verstand und trifft genau ins Herz.

Wo beginne ich?

Wenn du Interesse an Yogamusik hast, dann fragst du am besten deinen Yogalehrer oder deine Yogalehrerin nach der Musik, die er oder sie während des Yogaunterrichts spielt. Es gibt Musik, die aktive Kriyas gut begleitet, andere Yogamusik unterstreicht eher meditative Übungsreihen.  Es gibt aber auch Künstler, deren Musik generell für viele Yogasets gut geeignet ist und in die Musiksammlung eines jeden Yogis oder einer jeder Yogini passen:

Snatam Kaur: Ras, Liberations’s  Door, Grace

 

 

 

Krishna Das: Heart Full of Soul, Pilgrim Heart, Live on Earth

 

 

 

 

Guru Nam Singh: Silent Moonlight Meditation und weitere Alben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nirinjan Kaur:  Aquarian und weitere Alben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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