Spirit Voyage

Berühre deine Seele – ein Beitrag aus Snatam Kaurs Tour-Tagebuch

Beitrag von Snatam Kaurs Blog “Notes From the Road” (Mittwoch, den 06. Juni 2012)

Ihr Lieben – Sat Nam.

Unsere Tournee geht zu Ende. Wir befinden uns gerade in Kripalu, das ist ein wunderschöner Ort der Besinnung in Neuengland. Die Mitarbeiter des Zentrums sehen es als ihre Aufgabe, die Weisheit und Wissenschaft des Yogas zu verbreiten. Ich genieße hier die Möglichkeit, mich ganz dem Prozess des Unterrichtens hingeben zu dürfen. Manchmal war es schon etwas aufregend, wenn ich nicht genau wusste, was ich als Nächstes sagen oder tun würde. Aber durch Gottes Gnade habe ich mich immer wieder entspannen und in den Fluss des Lehrens zurückfinden können.

Als ich heute unterrichtete, kam mir das Thema Identität in den Sinn.

Jede und jeder von uns lebt eine Anzahl von verschiedenen Rollen beziehungsweise Identitäten. Man ist eine Mutter, ein Vater, ein Sohn, ein Ehemann, eine Ehefrau, eine Tochter, ein Musiker, ein Arzt oder eine Ärztin, eine Geschäftsmann etc., etc.. All das sind einfach nur Rollen. Wir bemühen uns, diese mit Leben zu füllen.

Einmal fragte mich Yogi Bhajan: “Du willst also eine Sängerin sein?” Dann begann er zu lachen… so ein tiefes Lachen aus dem Bauch heraus. “Das ist alles, was du sein willst?” fragte er, schlug sich dabei auf die Knie und wollte gar nicht aufhören zu lachen. Ich war vollkommen irritiert und wusste gar nicht, was ich dazu sagen sollte. Ja klar, ich wollte Sängerin sein. Zu der Zeit war ich ungefähr Mitte Zwanzig.

Endlich wandte er seine Aufmerksamkeit wieder anderen Personen zu und begann mit denen zu sprechen. An jenem Tag befanden sich viele Menschen in der Gegenwart des Meisters, alle waren sie in einem Zustand der Liebe und der Hingabe. Yogi Bhajan hatte sehr gute Laune, er neckte diesen und hänselte jenen. Er ließ immer wieder verschiedene Leckereien auftischen und telefonierte mit Indien. Viele Leute gingen ein und aus.

Ich saß leicht verwirrt auf dem Boden. Ich lehnte mich gegen ein Sofa, schloss die Augen und meditierte auf das, was mein spiritueller Lehrer mir da gerade kommuniziert hatte. Mit all den unterschiedlichen Stimmen und Geräuschen im Ohr, reiste ich tiefer in mein Selbst, bis ich in mir einen Ort der Stille fand. Ich begriff, dass meine Seele auf diese Erde gekommen war, um sich als Sikh des Gurus und als Schülerin von Yogi Bhajan zu inkarnieren. Je mehr ich mich auf die Aufgabe dieser Inkarnation einlassen würde, desto mehr würde ich teilen und Menschen aus meinem Erfahrungsschatz heraus unterrichten können. In jenem Moment drang die Schwingung der Berufung meiner Seele in mein Bewusstsein. Mit anderen Worten: Die Karriere meiner Seele meldete sich.

Klar, heute bin ich Sängerin. Dennoch habe ich den Moment damals nie vergessen und habe seitdem zu Gott und Guru gebetet, dass ich immer in der Schwingung meiner Seele leben darf.

Yogi Bhajan hat gelehrt, dass unser gesamtes Leben noch einmal wie ein Film vor unserem inneren Auge ablaufen wird, wenn der Augenblick des Todes gekommen ist und wir unseren letzten Atemzug getan haben. Dieser Film hat eine Länge von neun Sekunden. Nach dieser letzten Erfahrung ist die Seele entweder befreit, um mit Gott zu verschmelzen oder sie geht auf die Erde zurück, um unvollständige Lektionen zu meistern.

Die Karriere ist wichtig und es ist notwendig, sich um die Familie zu kümmern.

Wenn eine Person allerdings zu sehr eins ist mit ihrer Identität und ihre Seele vergisst, dann kann es sein, dass diese Person sofort wieder auf die Erde zurückkehren wird, weil sie sich so stark über ihr Erdendasein definiert.

Deshalb möchte ich dich inspirieren, dass du in Berührung mit deiner Seele bleibst und einen Weg findest, wie du vollkommen eins werden kannst mit Gott.

Love,

Snatam

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Snatam Kaur was introduced to music and spiritual practice at an early age. Schooled in kirtan, meditation, and Gurmukhi, the Sanskrit-based language of Sikh scriptures from Northern India, the young Snatam Kaur began to develop the devotion and skills that have grown and blossomed into a compelling, profound talent. Snatam Kaur's parents brought her up in the Sikh tradition as taught by Yogi Bhajan. From an early age, she practiced yoga and meditation daily and her mother taught her Gurmukhi. "My mother taught me the alphabet on my way to school every morning," recalls Snatam. Her Sikh community augmented these lessons with instruction in kirtan (devotional chanting). "Through these experiences, I learned the pronunciation," she says, "but also I learned the passion for what I was singing because these gatherings were so spiritual." As a child, Snatam also had training in voice, violin, guitar, and percussion. She obtained a solid foundation in Western classical music while playing violin in an orchestra and giving solo performances. Her many opportunities to use and expand her musical talent in a spiritual setting emphasized for her the connection between her music and spirituality. "I learned about the importance of sound currents from Yogi Bhajan," she says, "but I also had the personal experience of how the energy of these sacred words can have a very real, positive effect." Snatam further explored the power of sound in India. After high school, her love for the Indian musical tradition and for children took her to Miri Piri Academy, a boarding school for children in India. She spent time taking care of the young children, teaching physical education, and providing music for the children's morning and evening chanting. When she returned to the United States, she attended Mills College in Oakland, California, where she obtained a degree in biochemistry, taught yoga classes, and shared her chants with Western audiences. But India called her back. After touring and performing Kirtan in northern India, Snatam settled in Amritsar where she studied music with the accomplished ragi (Indian master of Sikh-style kirtan) Bhai Hari Singh. This was a great honor for her, and particularly meaningful because Singh was the same teacher who had taught her mother when she was just a little girl. Snatam embraced everything that Singh taught her, from the technical aspects of the notes, to the ability to sing with presence and awareness. The lessons took place in Singh's home, where Snatam was welcomed by the entire family--daughters, sons, and grandchildren. While in Amritsar, Snatam lived next door to the Golden Temple, considered the world's holiest Sikh temple. Sacred music resonates from inside the temple from about 2:30 in the morning to midnight every day-sounds created by world-class masters of Sikh kirtan. This enabled Snatam to continually soak in the essence of the Sound Current. Upon returning to the US from India, Snatam began her career as a recording artist with a band called the Peace Family. She served as the band's lead singer and, with two skilled and accomplished musicians - Livtar Singh and GuruGanesha Singh, had her first opportunity to write songs. Two years later she began to develop her own sound and style and embarked on a very fruitful solo career.

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