Spirit Voyage

Viel Natur, Yoga und Meditation – das Yogafestival in Oberlethe

Den schönen Hof Oberlethe erreichten Tochter Siri und ich nach anstrengender Autobahnfahrt am frühen Abend des 1. Junitages. Hier sollte das Deutsche Kundalini Yoga Festival stattfinden. Ich als naturliebende Stadtpflanze entspannte allmählich, als ich als erstes einen Spaziergang über das weitläufige Parkgelände des Seminarhofes machte. Diesen Spaziergang musste ich allein machen, denn meine Tochter schloss sich anderen Kindern an und erforschte das zauberhafte Gelände des Hofes auf ihre Art. Ich entdeckte sie an einem kleinen See wieder, an dessen Ufer die Kinder ein Boot fanden. Ich verweilte meditierend. Die Stimmung dort am See ließ mich an ein Gedicht von Goethe denken:

Wenn der Äther, Wolken tragend,
Mit dem klaren Tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet,

Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden.

Ja – und dann entdeckte ich noch einen Zengarten und einen Bade Pool. Dort saß ich später oft, während ich die Yogaübungen und Meditationen, das Gelernte und Gelehrte und die vielen schönen Gespräche nachwirken ließ. 

An diesem ersten Abend kam mein Mann mir mit dem Abendessen entgegen. Er freute sich über die Sonne, denn am Tag zuvor hatte es viel geregnet. Nach dem Essen zeigte er mir die Seminargebäude: Große und kleine Veranstaltungsräume und das kleine liebevoll ausgestatte Zirkuszelt von Willem Wittstamm, die Sauna, die gemütlichen Aufenthaltsräume, die Schlafstätten und Zimmer und das Campinggelände. Der Hof Oberlethe war einmal ein Gestüt. Auch in den Pferdeställen hatten es sich einige Camper gemütlich gemacht…

Ich hatte unser Auto auf einem vollen Parkplatz abgestellt: Circa dreihunderfünfzig Menschen sollten sich auf diesem Gelände befinden! Einerseits wünschte ich dem Yogafestival ganz viele TeilnehmerInnen und hatte andererseits Bedenken, auf so viele Menschen zu treffen. Doch die familiäre Atmosphäre auf dem deutschen Yogafestival überraschte mich positiv. Die Stimmung dort erinnerte an die frühen und gemütlichen Yogafestivals in Frankreich. Hof Oberlethe bietet Platz für achthundert Gäste. Dreihundertfünfzig Yoginis und Yogis hatten genügend Raum sich zu bewegen, zu entfalten, zu kommunizieren oder einfach nur für sich zu sein. Obwohl die meisten TeilnehmerInnen aus Deutschland waren, so traf ich Gäste aus den USA und Frankreich, aus Italien und sogar aus der Volkrepublik China.

Ich genoss die Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen, anderen Yoginis und Yogis. Ich nahm mir bewusst Zeit zum Austausch. Wir sprachen über den Yogaalltag und das Unterrichten, die unterschiedlichen Lebensentwürfe und wie all die kleinen und großen Yogagemeinschaften einmal entstanden sind und heute funktionieren. 

Das Programm des Festivals folgte einer regelmäßigen Tages-Struktur. Es gab All-Camp-Aktivitäten, parallel laufende Haupt-Kurse, eine Vielzahl an kleineren Gruppen, Workshops und Zusammenkünften. Die Tage begannen mit einem Sadhana in dem schönen und (beheizten!) Tao – Raum. Dadurch, dass am 3. Juni das Musikfestival stattfand, waren großartige Musiker vor Ort, welche die Sadhanameditationen mit guter Musik begleiteten. Das war ein besonderer Genuss für uns alle.

Die Kursangebote boten Raum für yogische und meditative Erfahrungen, eigene Heilungsarbeit, Weiterbildung und Orientierung, Fröhlichkeit, Lachen, Tiefe und Leichtigkeit.

Es wurden Fortbildungen zu den Themen Yoga für Frauen, Kinder, Männer, Senioren und Jugendliche, Haltung im Yoga, Zaubersprache, indischer Tanz, Yogisches Kochen, Sterben und Tod, Meditationen, Mantra-Musik und vieles mehr angeboten.

Ein großes Dankeschön an die Organisatoren, die sich viel Arbeit gemacht haben mit:

Den Workshopangeboten, einer Kinderbetreuung, der Organisation des Sadhanas (spirituelle Morgendisziplin) mit ausgezeichneten Musikern, der schönen Gurdwara (Gottesdienst) und dem wunderbaren Musikfest.

Das tolle Festivalprogramm ließ die vorübergehende Kühle und die Feuchtigkeit vergessen. Mit der guten Verpflegung wurde auch gut für das leibliche Wohl gesorgt.

So endete das 2. Deutsche Kundalini Yoga Festival nach dem Musikfest am 3. Juni 2012 mit Lachen, Tanz und einer Party.

 

Ich freue mich schon auf das Yogafestival 2013!

 

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Bettina Sat Hari Kaur Stülpnagel – Pomarius ist ausgebildete Schauspielerin und Kundalini Yoga Lehrerin. Sie hat 10 Jahre in dem Guru Ram Das Ashram in Hamburg gelebt und dort ihre Yogaausbildung absolviert. Außerdem hat sie über viele Jahre hinweg den Yoga direkt bei ihrem spirituellen Lehrer Yogi Bhajan gelernt. Sie ist eine der leitenden Trainerinnen in den 3H0 Fachausbildungen zur Yogalehrerin für Schwangere in Hamburg, Berlin und in Mülheim (in Aufbau) . Sie ist geprüfte Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin und NLP – Lehrtrainerin. Sat Hari Kaur hat drei Bücher rund um Yogathemen geschrieben, die bei Rowohlt und im Herder – Verlag erschienen sind. Außerdem hat sie verschiedene Artikel für Yogamagazine und medizinische Fachzeitschriften zu Papier gebracht. Über mehrere Jahre hinweg hat sie Yogaserien für die Frauenzeitschrift „Für Sie“ entwickelt. Sat Hari Kaurs Aufgabe bei Spirit Voyage Deutschland ist die Leitung der Redaktion des Blogs.

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