Spirit Voyage

Falschen Stolz hinter sich lassen durch Karma Yoga und Meditation


Setzten wir uns an die Stelle anderer Personen, so würden Eifersucht und Hass wegfallen, die wir so oft gegen sie empfinden; und setzten wir andere an unsere Stelle, so würde Stolz und Einbildung gar sehr abnehmen.“
- Johann Wolfgang von Goethe -

Stolz und Vorurteil
Stolz und Vorurteil
(Originaltitel: Pride and Prejudice) ist einer meiner Lieblingsromane und entstammt der Feder der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Er erschien im Jahre 1813. Die beiden Hautfiguren Elizabeth und Fitzwilliam lernen ihren Stolz zu überwinden und demütig zu werden. Erst dann finden sie zueinander und sind reif genug eine gemeinsame Zukunft zu planen. Und so ist es vielleicht im Allgemeinen mit uns Menschen, erst wenn wir lernen unsere Überheblichkeit und Ressentiments zu besiegen, kann sich unser Herz öffnen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Stolz zu den fünf Untugenden gehört. Denn Eitelkeit, Hoffart und Hochmut verschließen das Herz, bewirken Isolation und Einsamkeit und veranlassen Menschen zu grausamen Handlungen in Gedanken, Worten und Taten.

Stolz ist eine natürliche und angeborene Emotion
Ähnlich wie Traurigkeit, Ärger, Angst und Freude ist Stolz ist eine natürliche und angeborene Emotion. Man weiß das, weil Stolz in allen menschlichen Gesellschaften durch identische Gestikulation und Mimik ausgedrückt und allgemein wiedererkannt wird. Warum hat Gott uns diese Emotion mit auf unseren Weg gegeben? Stolz kommt nicht nur in der Menschenwelt, sondern auch bei vielen Tierarten vor. Er hat eine helle und kraftspendende Seite. Stolz ist ein Gefühl der tiefen Zufriedenheit mit sich selbst, das entsteht, wenn man (subjektiv) etwas Besonderes geleistet hat: Das Belohnungszentrum im Gehirn wird aktiviert und Freude durchströmt dich. Ich sehe ein einjähriges Kind vor mir, welches gerade seine ersten Schrittchen macht. Seine Augen leuchten vor Freude, Überraschung und Stolz. Ich erinnere mich an meine Tochter, wenn sie es geschafft hat, sich ein für sie schweres Musikstück mit ihrer Klarinette zu erobern. Sie wirkt dann immer, als wäre sie ein Stückchen gewachsen. Ich nehme meine Empfindungen der Zufriedenheit wahr, wenn ich einen langen Tag mit all den anliegenden Pflichten bewältige, obwohl ich die Nacht zuvor kaum geschlafen habe. Ich habe dann richtig Hochachtung vor mir und klopfe mir innerlich auf die Schultern. Mein kleiner Hund strotzt vor Stolz, wenn er es geschafft hat, ein großes Holzstück aus der Elbe zu ziehen. Wenn diese Freude an unserem Tun keinen Platz hätte, dann würde es uns an Motivation mangeln.

Die dunkle Seite des Stolzes
Die Insignien des Stolzes (mittelniederdeutsch stolt = prächtig, stattlich) deuten auf einen hohen sozialen Status hin. Wenn Menschen (oder auch Tiere untereinander) diesen Status wirksam aufzeigen können, dann haben sie einen besseren Zugang zu Nahrungsmitteln oder Wohnstätten beziehungsweise auch bessere Chancen bei der Wahl ihrer Wunschpartner und Partnerinnen. Und so entwickeln viele Menschen einen starken Ehrgeiz etwas Besonderes zu leisten. Viele Eltern möchten stolz sein können auf ihre Kinder. Das hebt ihren eigenen Status und sie wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind. Ich möchte das gar nicht als dunkel abtun. Weil aber der Kern dieser Form des Stolzes aus Ichbezogenheit besteht und viele Menschen Besonderes leisten, dass allerdings nur dem eigenen oder dem Wachstum weniger dient oder andere Personen wiederum gar nichts Besonderes zu leisten vermögen, sondern einfach nur gelernt haben wie Pfauen die Federn zu spreizen, kann das Ausleben des Stolzes dunkle und grausame Züge bekommen. So war für Thomas von Aquin der Stolz eine Wurzelsünde. Der im dreizehnten Jahrhundert lebende Dominikaner und Philosoph sah in der Eitelkeit und in dem Stolz „ein ungeordnetes Streben nach eigenem Herausragen“. Resultat dessen ist, dass das Ausleben des Stolzes zu einer Bedrohung für andere werden kann. Werte wie Mitgefühl oder Gerechtigkeit werden zugunsten von Macht und Ansehen zur Seite geschoben. Das kann Menschen zu erbarmungslosen Unterdrückern machen. Oder jemand ist einfach nur unglücklich in seinem Stolz, weil er einen vielleicht „demütigenden“ Schritt auf den Nächsten zu machen müsste, um sich auf ihn einzulassen.

3 Tipps zu einem guten Umgang mit Stolz

- Verbeugungen:
Verbeugungen entstammen den buddhistischen Traditionen. Die Hände befinden sich mit zusammengelegten Handflächen (Gebetshaltung) vor der Brust. Man verbeugt sich, in dem man den Oberkörper etwa 30 Grad nach vorne neigt. Man beugt sich nicht vor einer Person, sondern man verbeugt man sich vor dem wahren Selbst, vor der innersten Natur, vor dem göttlichen Kern eines jeden Wesens. Vielleicht kann man auf diese Weise jeden neuen Tag und all die Lernsituationen begrüßen, mit denen man täglich auf das Neue beschenkt wird.

- Karma Yoga:
Die Bedeutung von Karma Yoga ist: Handeln ohne Anhaftung. Karma Yoga ist das Yoga des selbstlosen Dienens. Es ist immer freiwillig und eine ganz individuelle Übung im Loslassen von Stolz und Ichhaftigkeit. Wenn man Karma Yoga ausüben möchte, dann kann man entweder schauen, wer in der nächsten Umgebung vielleicht Unterstützung benötigt. Vielleicht ist sogar ein freiwilliges Engagement in einem Ehrenamt von Interesse. Der Tat des selbstlosen Dienens wird übrigens Seva genannt.

- Meditation:
Meditation für Projektion (vom Herzzentrum) und für Schutz

Sitzhaltung:
Du befindest dich mit aufgerichteter Wirbelsäule im Schneidersitz. Das Kinn ist leicht zum Hals gezogen und die Brust aufgerichtet.

Mudra:
Deine Hände befinden sich in Gebetsposition vor der Brust, deine Daumen sind übereinander gekreuzt.

Mantra:
Du singst
AAD GUREH NAMEH während du deine Arme austreckst (oberes Bild).
Während du deine Hände wieder vor die Brust ziehst, chantest du JUGAAD GUREH NAMEH (unteres Bild).
Strecke deine Arme wieder schräg nach oben aus, während du SAT GUREH NAMEH singst (oberes Bild).
Während du deine Hände wieder vor die Brust ziehst, singst du SIRI GURU DEVEH NAMEH (unteres Bild).

Lasse deinen Geist weit werden während du chantest. 

Zeit:
Du kannst für elf Minuten meditieren. Wenn du eine besonders intensive Wirkung erleben möchtest, kannst du fünf Minuten pro Tag hinzufügen, bis du eine Meditationszeit von einunddreißig Minuten erreichst.

Kommentar:
Diese Meditation kann deine Anziehungskraft, Attraktivität und Selbstachtung stärken. Das sogenannte Mangala Charn Mantra schützt dich. Es bedeutet: AAD GUREY NAMEH
Ich verbeuge mich vor der ursprünglichen Weisheit.

JUGAAD GUREY NAMEH
Ich verbeuge mich vor der Weisheit, die zu allen Zeiten immer da ist.
SAT GUREY NAMEH
Ich verbeuge mich vor der wahrhaftigen Weisheit.

SIRI GURU DEVEY NAMEH
Ich verbeuge mich vor der erhabenen, unendlichen Weisheit.

Als Meditationsbegleitung empfehlen wir die Aad Guray Nameh Version von Snatam Kaurs Album Prem oder die Aad Gurey Nameh Version von Sat Hari Singhs Album Servant Of The Heart.

Kein Grund eingebildet zu sein

Ein Mann ging einmal mit einer persönlichen Frage zum Rabbi “Ich leide darunter hochmütig zu sein. Das ist eine schlechte Eigenschaft. Wie kann ich mich bessern?“
Der Rabbi bat den Mann sich zu setzen und zu warten. Der Angestellte des Rabbi führte den nächsten Gast herein. Der Rabbi grüßte diesen und der neue Besucher stellte seine Frage: “Rabbi, ich habe eine schöne Tochter, die heiraten will, aber ich habe kein Geld. Ich bin arm.”
Der Rabbi wandte sich dem ersten Mann zu und befahl ihm, dem Armen genug Geld zu geben, damit seine Tochter heiraten könne. “Aber Rabbi”, rief dieser Mann empört aus, “ich habe doch selbst nichts!“
Der Rabbi unterstützte den zweiten Besucher auf andere Weise und ließ dann den nächsten Ratsuchenden herein. Das war ein Mensch mit einem schwierigen philosophischen Problem. Der Rabbi wandte sich an den hochmütigen Mann und forderte ihn auf: “Antworte du ihm!”
Der Mann schüttelte heftig den Kopf: “Denken ist nicht mein Ding! Ich kann dem Herren nicht antworten”
Also beantwortete der Rabbi die Frage selbst. Dann kam ein Mann, der vom Rabbi einen kaufmännischen Tipp erbat. Wieder wandte der Rabbi sich an den ersten Besucher und sagte: “Willst du ihm nicht einen guten Tipp geben?”
Wiederum schüttelte der Mann verneinend den Kopf: “Ich habe keine Begabung als Kaufmann, meine Talente sind woanders zu finden!”
Also nahm sich der Rabbi des kaufmännischen Problems selbst an. Als der Geschäftsmann den Raum verlassen hatte, sah der Rabbi seinen hochmütigen Gast an und sprach: “Ich steige da nicht ganz durch. Du hast keinen Besitz, keine Gelehrtheit und keinen Geschäftssinn. Trotzdem bist du ein Wichtigtuer. Worauf genau bildest du dir etwas ein?”

Außerdem gibt es bereits Beiträge in der Reihe zu den fünf Untugenden zu Lust, Gier und Zorn

 

Error: Unable to create directory wp-content/uploads/2020/08. Is its parent directory writable by the server?

Bettina Sat Hari Kaur Stülpnagel – Pomarius ist ausgebildete Schauspielerin und Kundalini Yoga Lehrerin. Sie hat 10 Jahre in dem Guru Ram Das Ashram in Hamburg gelebt und dort ihre Yogaausbildung absolviert. Außerdem hat sie über viele Jahre hinweg den Yoga direkt bei ihrem spirituellen Lehrer Yogi Bhajan gelernt. Sie ist eine der leitenden Trainerinnen in den 3H0 Fachausbildungen zur Yogalehrerin für Schwangere in Hamburg, Berlin und in Mülheim (in Aufbau) . Sie ist geprüfte Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin und NLP – Lehrtrainerin. Sat Hari Kaur hat drei Bücher rund um Yogathemen geschrieben, die bei Rowohlt und im Herder – Verlag erschienen sind. Außerdem hat sie verschiedene Artikel für Yogamagazine und medizinische Fachzeitschriften zu Papier gebracht. Über mehrere Jahre hinweg hat sie Yogaserien für die Frauenzeitschrift „Für Sie“ entwickelt. Sat Hari Kaurs Aufgabe bei Spirit Voyage Deutschland ist die Leitung der Redaktion des Blogs.

Comments are closed.