Spirit Voyage

Die Kraft der Vier Versprechen

Don Miguel Ruiz: „Bitte hilf uns die Welt zu verändern! Nur du kannst die Welt umbauen, die du selbst erschaffen hast. Und wenn du deine Welt transformierst, dann wird die Welt sich verändern… und das ist die Wahrheit, die dich frei machen wird.“

Wie berührt war ich, als ich mit dem Buch die „Vier Versprechen“ von Don Miguel Ruiz in Kontakt kam. Eine meiner Yogalehrer-Kolleginnen hatte das Buch gelesen und empfohlen. Sie war spürbar ergriffen von dem Geist der Weisheit und der Liebe zu den Menschen, der dieses Buch wie ein roter Faden durchzieht. Der Autor des Buches ist der toltekische Schamane Don Miguel Ruiz. Er wurde in Mexiko als das jüngste von dreizehn Kindern geboren. Seine naturliebende Familie ist tief mit der toltekischen Kultur verbunden. Schon von Kindheit auf an lernte der kleine Miguel: „Alles ist möglich, wenn du es wirklich willst.

Seine ganze Familie glaubte, dass Miguel einmal das Erbe seiner Ahnen annehmen und den alten toltekischen Traditionen folgen würde. Stattdessen studierte Don Miguel Ruiz Neurochirurgie. Nach einigen Jahren erfolgreicher Chirurgentätigkeit wurde Don Miguel klar, dass nicht nur das physische Gehirn, sondern auch der Geist eines Menschen Heilung benötigte. So besann sich Don Miguel Ruiz seiner toltekischen Wurzeln, er wurde Schüler seiner Mutter und lernte von ihr das Schamanenhandwerk. Er zog in die USA, um dort zu lehren und zu heilen. Um seinen Schülerinnen und Schülern ein Werkzeug für positive Veränderungen in die Hand geben zu können, schrieb er sein Buch „Die Vier Versprechen (The Four Agreements)“. Dieses Buch kam 1997 auf den amerikanischen Markt und führte sieben Jahre lang die Bestsellerliste der „New York Times“ an.

Die Kernaussage von Don Miguel ist: Befreie dich von Ängsten, Illusionen und auf Furcht gegründeten Glaubenssätzen. Gewinne den Kampf über die Glaubenssätze in deinem Geist, die eine selbstzerstörerische Wirkung haben. So gewinnst du deine persönliche Freiheit zurück: Du befreist dich mehr und mehr von innerem Leid und Unglück. Don Miguel vergleicht diesen Zustand von innerer Freiheit und Erwachen durchaus mit den Betrachtungsweisen anderer Kulturen und Traditionen: Nämlich mit dem himmlischen Paradies oder dem Nirwana. Er sagt, wenn man sich in diesem Zustand der inneren Freiheit und des Erwachens befindet, dann widmet man sein Leben natürlicherweise der bedingungslosen Liebe zu allen Wesen, der Dankbarkeit und dem Respekt sich selbst und anderen gegenüber.

Wie viele humanistische Psychologen so lehrt auch Don Miguel, dass wir schon als kleine Kinder „Verträge“ mit dem Leben zu abschließen. Unsere Eltern bestraften uns, wenn wir taten, was sie uns verboten und sie belohnten uns, wenn wir uns so verhielten, wie sie es gern hatten. Später lernten wir weitere Verhaltensweisen und Glaubensätze über das Leben von unseren Lehrern und Pastoren, von anderen Erwachsenen und den Kindern auf dem Spielplatz. Die Mittel der Bestrafungen waren sehr oft emotionaler und manchmal sogar physischer Natur. Der Einfluss der Meinung anderer Menschen auf uns übt bis heute eine starke Macht darauf aus, welche Fähigkeiten wir lernen, welche Verhaltensweisen wir an den Tag legen und welche Umgebung wir uns schaffen. Wir lernten so zu leben, wie andere es wollten. Und nicht mehr auf das zu hören, wonach unser tiefstes Selbst sich sehnte.

Und hier bin ich an die yogische Philosophie erinnert. Als ich vor ein paar Tagen in dem Yoga–Philosophie–Atlas von Eckard Wolz-Gottwald blätterte, blieb ich bei dem Begriff antaryamin (innerer Lenker) hängen. Eckard Wolz-Gottwald schreibt: „Wenn das Bewusstsein klar geworden ist und der Übende innere Stabilität erlangt, dann benötigt er nicht mehr den Halt durch den Guru. Führung erfährt der Schüler dann nicht von außen, sondern von innen, vom inneren Lenker als der inneren Stimme des wahren Selbst. Auf welchem Wege nun der innere Lenker zu erfahren ist, dies scheint von den jeweiligen Bedürfnissen der einzelnen Yoga- Schülerinnen und Yoga-Schüler abhängig zu sein. In der Aufdeckung des wahren Guru im Inneren des Menschen liegt jedoch die Essenz aller Yoga-Praxis, sowohl in der traditionellen Meister-Schüler-Bindung als auch im ungebundenen Lernen der Gegenwart“ (S. 28, 1. Absatz)

Um mit dem inneren Selbst in Kontakt zu kommen, arbeiten Yogaschülerinnen und Yogaschüler daran, den Geist zu beruhigen und innerlich leer zu werden. Wir Kundaliniyoginis und –yogis meditieren auf das Mantra SAT NAM. Wir verwenden es häufig, begrüßen und verabschieden uns mit diesem Mantra und fokussieren uns während unserer Yoga – Klassen hierauf. Das Wort SAT bedeutet WAHRHEIT und das Wort NAM bedeutet NAME oder IDENTITÄT. In Indien ist SAT NAM ein anderes Wort für Gott. In meinen Yogaklassen erkläre ich dieses Mantra so, dass es eine der Grundannahmen des Yogas ist, dass alle Wesen ein göttliches Kernselbst besitzen. In diesem Kern bist du unendlich glücklich, zufrieden und frei.

Don Miguel Ruiz empfiehlt, dass man vier Verträge mit sich selbst abschließt, um mit diesem tiefsten Kern in Kontakt zu kommen. Diese vier Verträge oder Versprechungen lesen sich leicht, sind aber (wie vieles im Leben) nicht so einfach umzusetzen:

1. Sei fehlerlos mit deinen Worten (Be impeccable with your word):
Sprich redlich und rechtschaffend. Sag nur das, was du wirklich meinst. Sprich gut über dich und über andere. Richte die Kraft deiner Worte auf Wahrheit und Liebe aus.

2. Nimm nichts persönlich (Don’t take anything personally):
Das was andere über dich sagen oder tun, hat nichts mit dir zu tun. Es ist eine Projektion ihrer eigenen Realität und ihrer eigenen Träume. Wenn du immun bist gegen die Meinungen und Taten anderer, dann wirst du niemals das Opfer von unnötigem Leid sein.

3. Mache keine Annahmen (Don’t make assumptions):
Finde den Mut Fragen zu stellen und das auszudrücken, was du gerne möchtest. Kommuniziere mit anderen so klar, wie es dir möglich ist, um Missverständnisse, Traurigkeit und Aufregung zu vermeiden. Mit dieser Vereinbarung kannst du dein Leben vollkommen verändern.

4. Tue immer dein Bestmögliches (Always do your best):
Dein Bestmögliches ändert sich von Augenblick zu Augenblick. Es wird anders sein, wenn du gesund bist oder krank. Auf jeden Fall: Gib dein Bestes und du wirst dich nicht selbst verurteilen und Reue empfinden.

Don Miguel Ruiz und sein Sohn Jose haben 2010 ein fünftes Versprechen herausgegeben:

5. Sei kritisch, aber lerne zu hören (Be skeptical but learn to listen):
Mit diesem fünften Versprechen möchte ich schließen. Was immer du als Sadhana (spirituelle Disziplin) in dein Leben integriert hast (ob das die Ausübung der „Vier Versprechen“, eine Meditation oder ein Yogaset ist), nimm wahr, wie diese Techniken wirken und in dein Leben passen und verzeihe dir, wenn du nicht alles genauso hinbekommst, wie du es gerne möchtest. Meistens fallen die Meisterinnen und Meister tatsächlich nicht vom Himmel, sondern üben viele Jahre, bis sie ihr Handwerk wirklich verstehen…

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Bettina Sat Hari Kaur Stülpnagel – Pomarius ist ausgebildete Schauspielerin und Kundalini Yoga Lehrerin. Sie hat 10 Jahre in dem Guru Ram Das Ashram in Hamburg gelebt und dort ihre Yogaausbildung absolviert. Außerdem hat sie über viele Jahre hinweg den Yoga direkt bei ihrem spirituellen Lehrer Yogi Bhajan gelernt. Sie ist eine der leitenden Trainerinnen in den 3H0 Fachausbildungen zur Yogalehrerin für Schwangere in Hamburg, Berlin und in Mülheim (in Aufbau) . Sie ist geprüfte Heilpraktikerin, Hypnosetherapeutin und NLP – Lehrtrainerin. Sat Hari Kaur hat drei Bücher rund um Yogathemen geschrieben, die bei Rowohlt und im Herder – Verlag erschienen sind. Außerdem hat sie verschiedene Artikel für Yogamagazine und medizinische Fachzeitschriften zu Papier gebracht. Über mehrere Jahre hinweg hat sie Yogaserien für die Frauenzeitschrift „Für Sie“ entwickelt. Sat Hari Kaurs Aufgabe bei Spirit Voyage Deutschland ist die Leitung der Redaktion des Blogs.

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