Spirit Voyage

Yogische Atemtechnik – Snatam Kaur stellt den Eine-Minute-Atem vor

Sat Nam, ihr Lieben!

Heute nehme ich wahr, wie der Wind durch die Bäume weht. Die Wolken wollen der Sonne keinen Platz machen. Das erinnert mich daran, wie veränderlich das Leben doch ist. Es zeigt sich uns immer wieder in einem neuen Kleid, wir verwandeln uns mit ihm, unsere Lebensumstände ändern sich. Manchmal verändert sich alles so schnell, dass der Verstand dem Geschehen nicht mehr folgen kann, obwohl er sich größte Mühe gibt, alles zu begreifen.

Es kann ein aufreibendes Gefühl sein, wenn man versucht, Veränderungsprozesse mit Hilfe des Verstandes zu verarbeiten. Dieser Versuch bringt keinen Frieden, gibt keinen Raum und schenkt kein wirkliches Verstehen, geschweige denn, dass er dabei hilft, wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen. Der Verstand probiert es trotzdem immer wieder. Möge Gott ihn dafür segnen: Danken wir dem Verstand für die Arbeit, die er leistet. Es ist der Atem, der letztendlich helfen kann. Dein Atem ist deine Fahrkarte in die Freiheit, dein Ticket für Ausgeglichenheit und einen ruhigen Geist. Wenn du dein Denken nur für ein paar Minuten ruhigstellen und dich deinem Atem öffnen könntest, dann würde das deinen ganzen Tag segnen. Ich bin keine Expertin und kann nur sagen: Ich habe es am eigenen Leibe erfahren. Diese Erfahrung hat mich so inspiriert, dass ich jetzt weitergeben möchte, was mir wirklich geholfen hat.

Diese besondere Atemtechnik ist der „Eine – Minute – Atem“. Er wurde von Yogi Bhajan unterrichtet. Yogi Bhajan ist mein spiritueller Lehrer. Er inspirierte schon meine Eltern, mit der Ausübung von Kundalini Yoga zu beginnen und Sikhs zu werden. Ich bin in diese Lebensweise hineingeboren worden, weil ich meinen Guru finden durfte, den Shabad Guru (Anmerkung der Übersetzerin: Shabad bedeutet Klang und Guru bedeutet Lehrer oder Wissen, dass dich verändert. Die einfachste Bedeutung von Shabad Guru ist also: Ein spezieller Klang, der ein Lehrer ist.) den Siri Guru Granth Sahib (Anmerkung der Übersetzerin: Das heilige Buch der Sikhs)…aus dem sich die Worte „Pavan Guru“ ableiten. Die Bedeutung dieser Worte ist: Der Guru ist der Atem. Ich finde das unglaublich! Der Guru ist so nah. Guru ist die Kraft, die uns aus der Dunkelheit = „GU“ zu unserem Licht = „Ru“ führt. Direkt in unserem Inneren finden wir das Handwerkszeug, das uns bei Veränderungsprozessen unterstützt: den Atem. Das Problem ist nur, dass man sich der Fähigkeiten seines Atems beraubt, indem man flach atmet, indem man auf eine Weise Luft holt, wie auch der Geist von Gedanke zu Gedanke springt… zeitweise unregelmäßig…manchmal hält man den Atem auch ganz an, als ob das Atemanhalten sämtliche, verrückte Situationen beenden könnte… und das wird mit Sicherheit eines Tages auch geschehen. Yogi Bhajan hat gelehrt, dass jeder Seele eine bestimmte Anzahl von Atemzügen mit auf den Weg gegeben wurde. Man sagt, dass viele Yogis eine bestimmte Fähigkeit entwickelt haben: Sie können lang und tief atmen. Und zwar so gut und beständig, dass dieses Können lebensverlängernd wirkt. Du besitzt, was dir geschenkt wurde. Anstatt also die Fähigkeiten deines Atems durch flaches und sporadisches Atmen zu verschwenden, atme einfach mal lang und tief! Es ist unmöglich an Ärger, depressiven Verstimmungen oder Frustrationsgefühlen festzuhalten, wenn man auf yogische Weise lang und tief atmet. Viele Menschen möchten ihren Ärger und ihre depressiven Verstimmungen etc. nicht loslassen, diese Menschen werden sich nicht auf den langen, tiefen Atem einlassen. So eine Lebensweise ist für manche aufregend und auf sonderbare Weise befriedigend, denn es kann einem ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, wenn man die Emotionen lebt, die einem vertraut sind. Du kannst dich fragen, ob du wirklich gerne in einem Zustand des Leidens und der Selbstverachtung leben und immer wieder explosiv reagieren willst. Wenn man das für den Rest seines Lebens so praktizieren will, dann sollte man das auf jeden Fall bitte auch so tun. Wenn du dich aber positiv verändern willst, dann bist du herzlich eingeladen, folgende Atemtechnik einmal auszuprobieren.

Der „Eine –Minute – Atem“:
Diese Atemform wird so genannt, weil du zwanzig Sekunden lang einatmest, den Atem für zwanzig Sekunden anhältst und zwanzig Sekunden lang ausatmest. Das ergibt eine Gesamtatemlänge von einer Minute.

Haltung
Du sitzt im Schneidersitz. Du kannst den „Eine –Minute – Atem“ aber auch auf einem Stuhl sitzend praktizieren. In diesem Falle sollten beide Füße guten Bodenkontakt haben. Richte auf jeden Fall die Wirbelsäule gerade auf.

Einstimmung
Bringe die Hände vor der Brust zusammen und schließe deine Augen. Chante “Ong Namo, Guru Dev Namo.” Dieses Mantra bezieht sich auf die sogenannte Goldene Kette. Das ist die heilige Informationskette der Lehre, die sich auf die Präsenz von Yogi Bhajan und seinen Lehrer Guru Ram Das bezieht. Diese Kette kann dich unterstützen. Das Mantra bedeutet übersetzt: „Ich verneige mich vor der göttliche Kraft in mir und in allen Wesen. Ich verneige mich vor dem göttlichen Guru in mir und in allen Wesen.“

Ausführung
Du sitzt aufrecht und deine Hände und Finger ruhen im Gyan Mudra auf den Knien: Die Daumenkuppen berühren die Zeigefingerkuppen. Du schließt die Augen und fokkusierst deinen Blick auf das dritte Auge zwischen den Augenbrauen.

Beginne mit dem Atem…
Atme sehr, sehr langsam ein. Dehne das Einatmen auf eine Zeitspanne von zwanzig Sekunden aus. Halte den Atem für zwanzig Sekunden an. Dann atme sehr, sehr langsam für zwanzig für die Dauer von zwanzig Sekunden wieder aus.

Zeit
Ich empfehle eine Übungsdauer von elf Minuten täglich. Natürlich kannst du die Atemübung auch für eine längere Zeitdauer praktizieren. Diese Atemübung wird dir ganz viel Freude schenken.

Ein guter Rat zum Abschluss
Die Lungen müssen schon ziemlich stark und trainiert sein, um die oben beschriebene Atemweise zu praktizieren. Um ganz ehrlich mit dir zu sein: Ich schaffe es nur bis zur zwölf Sekunden Marke, das bedeutet, ich benötige zwölf Sekunden für das Einatmen, zwölf Sekunden, um den Atem anzuhalten und zwölf Sekunden für die Ausatmung. Ich hoffe, dass ich eines Tages die geforderten zwanzig Sekunden schaffen werde. Beginne also mit dem, was du kannst.

Um die Zeit auch innerlich im Blick zu behalten, empfehle ich, ein Mantra im Geiste zu rezitieren, das ungefähr solang ist wie die Sekunden, mit denen du arbeitest.

Für mich habe ich folgendes Mantra gefunden:
SA, TA, NA, MA, WAHE GURU, WAHE GURU

Ich habe für mich herausgefunden, in welchem Tempo ich das Mantra innerlich sagen muss, so dass es zwölf Sekunden lang ist.

Und hier noch ein kleines Geheimnis zur Atemtechnik:
Du kannst diese Atmung auch während des Tages praktizieren, sogar dann, wenn du deine Augen nicht schließen und das Mudra (die Handhaltung) nicht einnehmen kannst.
Wenn du zum Beispiel an der Supermarktkasse in der Schlange stehen musst und langsam ungeduldig wirst (so wie ich gestern). Dann praktiziere diese Atemtechnik. Augenblicklich konnte ich das Leben als einen Fluss sehen. Ich fühlte Freude einen Moment des Innehaltens und der Verbindung mit meinem Guru zu erleben. Es war verblüffend. Als ich an der Reihe war, grüßte ich die Kassiererin mit einem Lächeln…das war so viel schöner als die ungeduldige Variante ohne den Atem.

Ich entschuldige mich für eventuelle Unklarheiten. Bei Fragen kannst du mir schreiben.
Ich hoffe, dass du diesen Atem genau so genießt, wie ich es tue.

Love,

Snatam Kaur

P.S.:
Folgende Webseite kann du dir tiefere Auskünfte zu den Lehren von Yogi Bhajan geben:
www.kundaliniresearchinstitute.org
Mehr zum Thema Sikh Dharma findest du hier:
www.sikhnet.com

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Snatam Kaur was introduced to music and spiritual practice at an early age. Schooled in kirtan, meditation, and Gurmukhi, the Sanskrit-based language of Sikh scriptures from Northern India, the young Snatam Kaur began to develop the devotion and skills that have grown and blossomed into a compelling, profound talent. Snatam Kaur's parents brought her up in the Sikh tradition as taught by Yogi Bhajan. From an early age, she practiced yoga and meditation daily and her mother taught her Gurmukhi. "My mother taught me the alphabet on my way to school every morning," recalls Snatam. Her Sikh community augmented these lessons with instruction in kirtan (devotional chanting). "Through these experiences, I learned the pronunciation," she says, "but also I learned the passion for what I was singing because these gatherings were so spiritual." As a child, Snatam also had training in voice, violin, guitar, and percussion. She obtained a solid foundation in Western classical music while playing violin in an orchestra and giving solo performances. Her many opportunities to use and expand her musical talent in a spiritual setting emphasized for her the connection between her music and spirituality. "I learned about the importance of sound currents from Yogi Bhajan," she says, "but I also had the personal experience of how the energy of these sacred words can have a very real, positive effect." Snatam further explored the power of sound in India. After high school, her love for the Indian musical tradition and for children took her to Miri Piri Academy, a boarding school for children in India. She spent time taking care of the young children, teaching physical education, and providing music for the children's morning and evening chanting. When she returned to the United States, she attended Mills College in Oakland, California, where she obtained a degree in biochemistry, taught yoga classes, and shared her chants with Western audiences. But India called her back. After touring and performing Kirtan in northern India, Snatam settled in Amritsar where she studied music with the accomplished ragi (Indian master of Sikh-style kirtan) Bhai Hari Singh. This was a great honor for her, and particularly meaningful because Singh was the same teacher who had taught her mother when she was just a little girl. Snatam embraced everything that Singh taught her, from the technical aspects of the notes, to the ability to sing with presence and awareness. The lessons took place in Singh's home, where Snatam was welcomed by the entire family--daughters, sons, and grandchildren. While in Amritsar, Snatam lived next door to the Golden Temple, considered the world's holiest Sikh temple. Sacred music resonates from inside the temple from about 2:30 in the morning to midnight every day-sounds created by world-class masters of Sikh kirtan. This enabled Snatam to continually soak in the essence of the Sound Current. Upon returning to the US from India, Snatam began her career as a recording artist with a band called the Peace Family. She served as the band's lead singer and, with two skilled and accomplished musicians - Livtar Singh and GuruGanesha Singh, had her first opportunity to write songs. Two years later she began to develop her own sound and style and embarked on a very fruitful solo career.

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